Gewerbegebiet Schmalzhof
Ausschreibung des gemeindlichen Grundstücks (ca. 8.500 qm)

Die Gemeinde Pöcking vergibt im Wege des Verkaufs oder der Bestellung eines Erbbaurechts im neu geplanten Gewerbegebiet Schmalzhof ein Gewerbegrundstück von ca. 8.500 qm. Lage und Baurecht ist den Unterlagen auf der Homepage zu entnehmen (Lageplan, Bebauungsplan vom Juli 2016). Die Erschließung des Gebiets soll in 2018 fertig gestellt werden.

Gesucht wird ein Investor/Betreiber für einen Handwerker- und Gewerbehof zur Selbstnutzung und zur Vermietung an weitere Unternehmen. Mindestens 30 % der Flächen sind vom Investor selbst zu nutzen, insgesamt sind mindestens 3 Unternehmen im Handwerker- und Gewerbehof unterzubringen. Bei der Erstvermietung sind ortsansässige Unternehmen vorrangig zu berücksichtigen. Die Gemeinde geht davon aus, dass das im Bebauungsplan festgesetzte Baurecht komplett ausgenutzt wird. Der Verkaufspreis beträgt laut Gutachten des Gutachterausschuss beim Landratsamt Starnberg 224 EUR / qm. Die Gemeinde bevorzugt eine Grundstücksvergabe in Form der Bestellung eines Erbbaurechts. Gegebenenfalls ist auch eine Teilvergabe für einen Handwerker- und Gewerbehof und eine Teilvergabe an einen Einzelbetrieb zur Selbstnutzung möglich. Deshalb können sich auch Einzelbetriebe für eine Teilfläche bewerben. Die benötigte Grundstücksfläche ist in der Bewerbung anzugeben.

Die Vergabe an einen Käufer findet anhand des gemeindlichen Vergabekatalogs statt (Bewerberkreis, Bewertungskriterien). Der Vergabekatalog ist nachstehend einzusehen. Die dort beschriebenen Unterlagen zur Auswertung der Bewertungskriterien sind mit vorzulegen.

Die Bewerbung ist bis zum 04.10.2017 bei der Gemeinde Pöcking, Feldafinger Straße 4, 82343 Pöcking, einzureichen. Auskünfte dazu erteilt Herr 1. Bürgermeister Rainer Schnitzler, Tel. 08157-93060. In der Zeit der Urlaubsvertretung von Herrn Schnitzler auch Herr Bäuerle (Leiter Bauamt Gemeindeverwaltung).

  • I. Planung und rechtliche Vorgaben

    Siehe Unterlagen Bebauungsplan mit Begründung.

  • II. Bewerberkreis

    Von den eingegangenen Bewerbungen sind nur die ausweislich der Begründung zum Bebauungsplan ortsansässigen Handwerks- und Gewerbebetriebe berechtigt ein Grundstück zu erwerben. Die Auswahl erfolgt nach der "Bedürftigkeit" (siehe III). Ziel der Gemeinde war es immer, dass auf dem Gelände ein Handwerker- und Gewerbehof errichtet wird, in dem flächensparend mehrere ortsansässige Betriebe untergebracht werden können. Entsprechende Bewerbungen werden bevorzugt behandelt. Bei der Bewerbung sind die interessierten Betriebe anzugeben (schriftliche Interessenbekundung ist vorzulegen). Weitere Bewerbungen werden dann berücksichtigt, wenn wider Erwarten nicht ausreichend Nachfragen von berechtigten ortsansässigen Handwerks- und Gewerbebetrieben vorliegen.

  • III. Bewertungskriterien

    mögliche Punkte



    1. Expansionsbedarf 70
    1.1 Fehlende Flächen 30
    1.2 Zusammenlegung von Standorten 20
    1.3 Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen 10
    1.4 Schaffung von weiteren Ausbildungsplätzen 10

    2. Konfliktsituation bzw. Einschränkungen am
    derzeitigen Standort
    30
    2.1 Konflikte wegen Lärm- und Schadstoffimmissionen 20
    2.2 Sonstiges (z.B. unzureichende Erschließung) 10


    Erläuterung zu den Bewertungskriterien:

    Zu 1. Der Expansionsbedarf ist in der Bewerbung genau zu beschreiben und zu begründen. Bewertet wird, wenn am derzeitigen Standort eine notwendige Erweiterung nicht mehr möglich ist. Die fehlenden Flächen sind anzugeben. Ebenso die Zusammenlegung von Standorten die aus der Not heraus entstanden sind. Die weitere Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen durch die Expansion sind in diesem Zusammenhang ebenfalls zu bewerten.

    Zu 2. Bewertet werden Konfliktsituationen mit benachbarter Wohnbebauung aufgrund von z.B. Lärm- und Schadstoffemissionen. Diese sind genau zu beschreiben und zu begründen. Ebenso Einschränkungen am bestehenden Standort wie z.B. eine unzureichende Erschließung.

  • IV. Weitere Bewertungskriterien

    Sollten nach II. berechtigte Bewerber die gleiche Punktzahl erreichen oder nicht genügend berechtigte ortsansässige Betriebe sich bewerben, werden zusätzlich zu den Kriterien nach III. noch folgende Kriterien herangezogen:

    mögliche Punkte



    1. Arbeitsmarkt
    1.1 Ausbildungsplätze 10
    1.2 Erwerbstätige aus der Gemeinde Pöcking 20

    2. Wirtschaftskraft
    2.1 Gewerbesteuerleistung 10
    2.2 Umsatzentwicklung 20

    3. Umweltschutz / ökolog. Wirtschaften
    3.1 Ökologisches Wirtschaften 20
    3.2 Geplante Umweltschutzmaßnahmen 20


    Erläuterungen zu den Bewertungskriterien:

    Zu 1. Arbeitsmarkt:
    Bei den Ausbildungsplätzen ist die Situation im Landkreis sehr gut, oftmals fehlen derzeit, gerade im Handwerksbereich, adäquate BewerberInnen. Es erscheint wirtschaftspolitisch sinnvoll, Betriebe zu begünstigen, die Ausbildungsplätze besetzt haben und somit sowohl das äußerst erfolgreiche duale Ausbildungssystem stützen als auch einem zu erwartenden Fachkräftemangel gegensteuern. Dabei werden zum Zeitpunkt der Grundstücksbewerbung im jeweiligen Unternehmen die besetzten Ausbildungsplätze in Relation zu seinem Flächenbedarf gesetzt.

    Bei dem Thema Erwerbstätige aus dem Ort wird die Zahl der Erwerbstätigen in Relation zu den Gesamtarbeitnehmern gesetzt. Ziel der Gemeinde ist es, dass vor allem für die heimische Bevölkerung wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies vermindert Pendlerverkehre und ist gut für das Gemeinwohl (Feuerwehr, Vereine etc.).

    Zu 2. Wirtschaftskraft:
    Das Thema Gewerbesteuer ist für die Gemeinde Pöcking von enormer Wichtigkeit. Jedoch gilt dies für die Ausweisung der neuen Flächen nicht als wichtigstes Ziel, deshalb auch nur die Bewertung mit 10 Punkten. Als Bewertungsgrundlage wird die auf den Pöckinger Hebesatz bereinigte Gewerbesteuerleistung der letzten 5 Jahre, bezogen auf den Zeitpunkt des Vergabeverfahrens, verwendet und zur nachgefragten Grundstücksfläche in Bezug gesetzt.
    Die Umsatzentwicklung ist für die Bewertung dieser Flächen von etwas höherer Bedeutung. Als Beispiel: Gesunde, wachstumsstarke Betriebe erzielen aufgrund umfangreicher Investitionen oftmals nur einen geringen Gewinn und können damit auch weniger Gewerbesteuer abführen. Deshalb ist es wichtig bei der Beurteilung der Wirtschaftskraft eines Unternehmens auch weiterhin die Komponente Veränderung der Geschäftsentwicklung / Umsatzsteigerung zu bewerten. Der Betrachtungszeitraum beträgt die letzten 5 Jahre.

    Zu 3. Umweltschutz / ökologisches Wirtschaften:
    Ökologisches Wirtschaften: Ansiedlungsinteressierte Unternehmen sollen profitieren, wenn sie den Aspekt des Umweltschutzes und des ökologischen Wirtschaftens in Form eines Umweltmanagementsystems integriert haben, bzw. gerade dabei sind ein System zu integrieren. Diese Bemühungen sollen daran gemessen werden ob der Betrieb durch ein standardisiertes Umweltmanagementsystem wie z.B. Iso 14.001, EMAS oder ÖKOPROFIT zertifiziert ist oder nicht. Möglich ist auch, dass Unternehmen, die nicht zertifiziert sind, darstellen, wie sie schon jetzt ökologisch wirtschaften.
    Ein weiteres Kriterium mit hoher Wichtigkeit ist, wie die Unternehmen in Sachen Umweltschutzmaßnahmen am geplanten Standort arbeiten möchten. Welche Projekte sind angedacht? Hier wird eine dezidierte Liste verlangt und bewertet (Elektrotankstelle, Solarenergie, etc.).

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